„Wo verkaufe ich, was ich mache?“ Diese Frage stellt sich fast jede und jeder, der anfängt, Handgemachtes zu verkaufen. Die kurze Antwort: an mehreren Orten gleichzeitig, aber mit einer anderen Aufgabe für jeden. Manche Kanäle bringen Sichtbarkeit, andere sofortige Verkäufe, und nur einer gehört wirklich dir.
Dieser Leitfaden geht die sieben häufigsten Kanäle durch: was sie von dir verlangen und wann sie sich lohnen.
1. Marktplätze für Handgemachtes (Etsy und Co.)
Ein spezialisierter Marktplatz versammelt Menschen, die schon nach handgemachten Stücken suchen. Das ist sein großer Vorteil: Du musst die Kundschaft nicht selbst mitbringen.
- Dafür: ein Publikum, das genau das sucht, was du machst, mit integrierter Zahlung und Versand.
- Dagegen: Du stehst auf derselben Seite wie Hunderte ähnliche Stücke, die Gebühren summieren sich bei jedem Verkauf und die Kundschaft gehört dem Marktplatz, nicht dir.
- Wann: wenn sich deine Stücke gut verschicken lassen und du über deine Stadt hinaus verkaufen willst.
Rechne vorher aus, wie viel dir von jedem Verkauf bleibt. Unser Artikel Was kostet online verkaufen als Kunsthandwerker? hilft dir dabei.
2. Große Marktplätze (Amazon Handmade, eBay und Co.)
Die großen Plattformen erreichen sehr viele Menschen, aber die Käufer kommen, um Preis und Lieferzeit zu vergleichen, nicht um deine Werkstatt kennenzulernen. Sie passen besser zu wiederholbaren Produkten mit Lagerbestand und schnellem Versand.
3. Second-Hand-Apps (Vinted, Kleinanzeigen)
Viele probieren sie aus, weil sie bekannt und einfach sind. Sie sind für Gebrauchtes gedacht: Prüfe die Bedingungen, bevor du neue, selbst gemachte Stücke einstellst, und rechne nicht damit, dort eine Marke aufzubauen.
4. Social Media (Instagram, Facebook, WhatsApp)
Hier verkaufen heute die meisten Kunsthandwerker. Instagram zeigt deinen Prozess und schafft Vertrauen; eine Direktnachricht schließt den Verkauf ab. Das Problem: Dein Katalog verteilt sich auf ablaufende Storys, alte Beiträge und Chats. Wenn das dein Hauptkanal ist, lies wie du über Instagram ohne Website verkaufst.
5. Kunsthandwerkermärkte
Sie sind immer noch der Kanal mit der besten Abschlussquote: Die Leute fassen das Stück an, lernen dich kennen und kaufen sofort. Die Weihnachtsmärkte stehen vor der Tür, also ein guter Moment, deinen Stand mit unserer Markttag-Checkliste vorzubereiten.
Die Schwachstelle eines Marktes ist das Danach: Wer deine Karte mitnimmt und an dem Tag nicht kauft, braucht einen Ort, an dem er deine Stücke wiederfindet.
6. Läden und Kommission
Viele Deko-Läden, Concept Stores und Cafés verkaufen lokales Handwerk, entweder im Einkauf oder in Kommission (du wirst bezahlt, wenn das Stück verkauft ist). Bring zum ersten Gespräch mit:
- eine kleine Auswahl an Stücken mit Endverkaufspreis;
- deine Bedingungen schriftlich (Provision, Zahlungsziel, Nachlieferung);
- einen Link zu deinem kompletten Katalog, damit der Laden den Rest sieht.
7. Dein eigenes Schaufenster
Es ist der einzige Kanal, der nicht von den Regeln anderer abhängt. Ein Schaufenster wie bei Mercader bündelt unter einer Adresse (deine-marke.mercader.app) deine Produkte mit Preis, deine nächsten Märkte, Bewertungen und einen Button, über den man dir per WhatsApp oder Formular schreibt.
Es ersetzt die anderen Kanäle nicht, es verbindet sie. Der Link kommt in deine Instagram-Bio, als QR-Code an deinen Stand, auf jedes Etikett und in die Nachricht an einen Laden. Mercader nimmt keine Provision auf Verkäufe: Die Kundschaft meldet sich bei dir und ihr schließt den Verkauf ab wie bisher, per Überweisung, PayPal oder bar am Stand.
Ein Beispiel findest du bei Mirasol.
So kombinierst du die Kanäle, ohne auszubrennen
Du musst nicht auf allen sieben sein. Eine Mischung, die für die meisten funktioniert:
- Ein Kanal zum Entdecken: Instagram oder ein Marktplatz.
- Ein Kanal für den persönlichen Verkauf: ein oder zwei Märkte im Monat oder ein Laden in Kommission.
- Ein eigener Ort, auf den alle anderen verweisen.
Die Regel: Jeder Kanal führt zum selben Link. So sehen die Person vom Markt, die Person von Instagram und der Laden, der bestellen will, denselben aktuellen Katalog.
Bevor du verkaufst: was du nicht aufschieben solltest
- Preise: Wenn du auf einem Marktplatz und persönlich verkaufst, muss dein Preis die Gebühren tragen. Lies Produkte selbstbewusst bepreisen.
- Fotos: Online wird zuerst das Foto beurteilt. Folge der Produktfoto-Checkliste.
- Rechtliches: Das hängt von deinem Land und deinen Produkten ab. Kosmetik und Lebensmittel haben eigene Regeln. Kläre das mit deiner Steuerberatung oder der zuständigen Stelle, bevor du Rechnungen schreibst.
Fang mit dem Ort an, der dir gehört
Wenn du heute auf Märkten und über Instagram verkaufst, hat ein eigener Link mit deinen Produkten und deinem nächsten Markt die größte Wirkung. Erstelle dein Schaufenster mit 14 Tagen Testphase, ohne Kreditkarte, und mach es zum Ziel all deiner Kanäle.
von Team mercader.app
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